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  Presseberichte
  Buersche Zeitung, 21.11.1989

Zweite Premiere für die Walcker-Konzertorgel

Liebfrauen-Chor und Buersches Orchester im HSH

GELSENKIRCHEN. Die Chorgemeinschaft Liebfrauen aus Beckhausen gedachte des 150. Geburtstages von Josef Gabriel Rheinberger und nahm sich damit Großes vor. In einem ausgewachsenen Chor- und Orchesterkonzert im Hans-Sachs-Haus waren zudem Werke von Karl Kempter, Joseph Haydn und Antonin Dvorak zu hören.

Die gewohnte Umgebung verließ der Chor der Orgel wegen, eine Entscheidung, die der Wiedergabe des Konzerts für Orgel und Orchester von Rheinberger sicher gut tat. Damit gab es nach der offiziellen Übergabe der renovierten Walcker-Konzertorgel im 2. Sinfoniekonzert eine zweite Premiere durch nicht professionelle Gelsenkirchener Interpreten (wenn man vom Orgelsolisten Friedhelm Flamme und den üblicherweise "geliehenen" Bläsern einmal absieht).

Kempters "Pastoralmesse" ist ein gesanglich dankbares und liturgienahes Werk, ganz in klassischer Klarheit verfaßt, ein Werk mit heiterem Gestus. Haydns "Die Himmel erzählen" aus der "Schöpfung" war der zweite Chorbeitrag. Für beide galt, daß der stimmliche Fundus überzeugend ausgestattet ist, die Darstellungsmittel vorzüglich aufbereitet sind, das Klangbild differenziert geformt ist und die Gestaltungskräfte biegsam eingesetzt werden.

Rheinbergers unverwechselbarer Klangsinn prägte den Tonsatz des Orgelkonzertes. Das Buersche Kammerorchester und der Solist zeigten sich dem ebenbürtig und boten eine begeisternde Leistung. Die abschließende "Böhmische Suite" von Dvorák unterstrich diesen Eindruck deutlich.

Ein Sonderlob gilt den Dirigenten: Wolfgang Wilger (Chorwerke) und Hans-Martin Fröhling leisteten Großes. Allroundtalent Wilger wird in puncto Orchesterleitung noch Erfahrung sammeln. Beide bleiben der Gelsenkirchener Musikkultur hoffentlich noch lange erhalten.

Michael Beste

   

 

 

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